Der in Berlin lebende Fotograf Malte Jäger begab sich auf die Spuren eines der größten deutschen Exportschlager - der industriellen Lohnarbeit.
Die Textilbranche hat die Maschinen ab- und in Osteuropa wieder aufgebaut. Auf der Suche nach immer preiswerterem Personal drangen deutsche Textilhersteller bis in die rumänische Provinz vor. Dort gelten weder vergleichbare Arbeitsschutzregelungen, noch die Frage nach sozialer Verantwortung der Unternehmer.
Malte Jäger zeigt in eindrucksvoll dynamischen Bildern Arbeiter und Arbeiterinnen und begleitet sie vom Arbeitsplatz in den privaten Lebensraum.
Seine portraitierenden Aufnahmen könnten in diesem Kontext an vielen Stellen der Welt entstehen. Jäger gibt uns zudem Texte an die Hand, in denen sich die persönlichen Geschichten der abgebildeten Personen in ungeschminkter ökonomischer Härte offenbaren und doch scheint Jäger damit nicht das Einzelschiksal als solches in Unterdrückung und Ausbeutung vorführen, sondern die perfide Alltäglichkeit von Auswirkungen des globalisierten Lohnveredelungssystem darstellen zu wollen.